Projektvorstellung
“IANuS”

Kontrollpunkt zur Identifikation und Aufklärung bei Nutzung untersagter Sprengstoffe sowie unsichbarer Sprengkörper (IANuS)

Bei der aktuell zunehmenden Bedrohung der Gesellschaft durch Anschlage und Ausschreitungen ist ein erhöhter Bedarf an Sicherheitskontrollen im zivilen Umfeld an kritischen Infrastrukturen, an öffentlichen Plätzen sowie bei öffentlichen Veranstaltungen notwendig (siehe Anschläge in Paris und Brüssel). Eingehende Kontrollen als Maßnahmen zum Vermeiden von Gefahren, die durch Personen oder Sachen ausgehen, sind die wichtigsten Faktoren zur Reduzierung einer Gefährdung. Die erfolgreiche und zuverlässige Detektion von Sprengstoffen oder Sprengstoffähnlichen Gegenständen in einem Menschenfluss könnte erstmals die Möglichkeit eröffnen, effektive Kontrollen potenzieller Bedrohungen an sensiblen öffentlichen Standorten sowie von sicherheitskritischen Fortbewegungsmitteln lückenlos durchzuführen.

Im Rahmen dieser Anforderung haben sich das Fraunhofer FHR, das Fraunhofer IAF, die Firma Spherea und die Firma steep über den Aufbau und Einsatz eines stationären wie auch mobilen Kontrollpunktes verständigt. Dieser Kontrollpunkt ist ausgestattet mit einer radarbasierten Personenkontrolle auf Distanzen bis zu 20m (Stand 0ff Detection). Sie soll erste Menschenströme oder Menschenmengen so „vorselektieren“, dass im Anschluss gezielt Personen bei dem Zugang zu Veranstaltungen und / oder kritischen Infrastrukturen durch die Laser Ion Mobility Spectroscopy (LIMS) berührungslos auf Sprengstoffe hin untersucht werden können. Die LIMS kann dabei schnell allerkleinste Mengen an Molekülen gefährlicher Stoffe bzw. Verunreinigungen in der Luft feststellen. Bei Bestätigung der ersten Dedektierung durch LIMS ist analog der militärischen „Stationären Ferndetektion Suicide Bomber“ (SFSB) vorgesehen, die Personen zu vereinzeln und durch geschultes Personal zu überprüfen. Hiermit wird eine erfolgreiche Langzeiterprobte wehrtechnische Anwendung erstmals als Grundlage für die zivile Nutzung zur Verfügung gestellt. Durch die Zusammenarbeit von wehrtechnischer Industrie bzw. KMUs mit wehrtechnischen Forschungseinrichtungen, besitzt dieses Projekt ein besonders hohes praktisches Anwendungspotenzial für den Wissenstransfer und die Umsetzung militärischen „Know-hows“ für die Anwendung innerhalb der zivilen Sicherheit.

2018-03-09T08:23:22+00:00 09.03.2018|